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Dienstag, 17. September 2013
Irgendetwas stimmte nicht. Benommen schlug ich die Augen auf. Wo war ich? Und vor allem wer war ich? Ich versuchte mich aufzusetzen, doch ein fürchterlicher Schmerz machte sich in meinem Kopf breit. Augenblicklich ließ ich meinen Kopf wieder auf den Boden sinken. Ich atmete flach und in kurzen Stößen.
Blinzelnd versuchte ich etwas um mich herum zu erkennen, doch ich sah alles nur verschwommen. Für einen kurzen Moment schloss ich erneut die Augen und versuchte mich zu entspannen, was mir jedoch misslang, höchstwahrscheinlich wegen meiner Kopfschmerzen.
Wusste ich überhaupt noch irgendetwas? „Wörter“, fiel mir ein, „ich brauche Wörter!“. Mir kamen viele Wörter in den Sinn. Einfache Wörter, die jeder kennt wie Sonne, Mond und Sterne. Ich wusste auch, was die Wörter zu bedeuten hatten. Es war, als hätte ich ein großes Lexikon in meinem Kopf, das mir die Wörter und ihre Bedeutungen lieferte. Wenn ich das Lexikon fragte was ein Stern sei, so gab es mir die Antwort darauf. Doch fragte ich es wer denn ich sei, so schwieg es eisern.
Namen fielen mir ein, viele Namen. Doch keiner hörte sich so vertraut an, dass es mein Name hätte sein können.
Es war totenstill um mich herum. Erneut versuchte ich die Augen zu öffnen. Diesmal sah ich die Gegend um mich herum besser. Über mir sah ich Baumkronen. Von hohen, sehr hohen Bäumen. Ich lag mitten im Wald! Was hatte ich denn im Wald zu suchen?
Unter lautem Stöhnen und grausamen Stichen in meinem Kopf schaffte ich es schließlich doch mich zu erheben, bis ich endlich saß. Ich lehnte mich erschöpft an einen Baum und versuchte einmal scharf nachzudenken. Ich hatte die Idee in meinen Hosentaschen nachzuschauen, nach persönlichen Dingen oder irgendetwas, was mir einen Hinweis darauf gab wer ich war, was ich hier tat und woher ich kam. Tatsächlich wurde ich fündig: ein Schülerausweis! Hoffnung schöpfend las ich den Schülerausweis durch. Mein Ergebnis war wie folgt: Ich war 16 Jahre alt besuchte ein Gymnasium in Hamburg, ging in die zehnte Klasse und mein Name war Maya Schiewe.
Ich ließ mir den Namen mehrmals durch den Kopf gehen. Anfangs hörte er sich seltsam an, doch auf irgendeine Art und Weise dann auch vertraut.
Außerdem entdeckte ich in dem Schülerausweis auch ein Foto von mir. Ich hatte demnach rostrote Locken, eine kleine Stupsnase, grüne Augen und Sommersprossen. Ich fühlte mit meiner einen Hand sofort an meinen Kopf. Erleichtert atmete ich aus, als ich die Locken spürte. Doch eine Sekunde später zuckte ich erschrocken zusammen. Ich fühlte etwas Feuchtes an meinem Kopf. Ich zog meine Hand schnell zurück und musste einen Schrei unterdrücken: meine Hand war rot, rot vor Blut. Meine Haare waren völlig verklebt mit Blut. Ich musste anscheinend eine Platzwunde oder ähnliches am Hinterkopf haben. Und daher konnte ich mich auch an nichts mehr erinnern.
Doch ich konnte jetzt nicht einfach auf dem Waldboden sitzen bleiben und warten bis etwas geschehen würde. Ich musste aufstehen und etwas tun. Irgendetwas, egal was!
Ich verzog das Gesicht als ich aufstand, mein Kopf dröhnte. Ich drehte mich einmal um mich selbst und schaute mir alles genau an, doch mir kam rein gar nichts bekannt vor. Also lief ich einfach los, in eine beliebige Richtung. Bei jedem Schritt durchfuhr mein Kopf einen höllischen Stich...


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- Eure Larie